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Datenbank
Species: Genlisea glandulosissima Fries, {1916}

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

  Geschichtliches

Genlisea glandulosissima wurde 1916 von Robert Elias Fries in Wissenschaftliche Ergebnisse der schwedischen Rhodesia-Kongo-Expedition 1911-1912, I. Botanische Untersuchungen: 301 (1916) beschrieben. Die Artbezeichnung glandulosissima beudetet "stark drüsig" und bezieht sich auf die stark drüsig behaarten Blütenstände.

  Systematik

Die Art steht innerhalb der Gattung Genlisea in der Sektion Recurvatae. Derzeit enthält diese Sektion 3 Arten, die anderen beiden Arten sind Genlisea pallida und Genlisea margaretae. Alle Arten dieser Sektion sind durch Blütenstiele, die in fruchtendem Zustand stark nach unten eingerollt sind, gekennzeichnet. Von Genlisea pallida wird Genlisea glandulosissima durch die violett-purpurne Blütenfarbe (gelblich-cremefarben bei G. pallida) unterschieden, von Genlisea margaretae durch kürzere Blütenstände, die (bis auf den ganz untersten Teil) stark drüsig behaart sind (bei Genlisea margaretae nur im oberen Teil stärker, im unteren Teil weniger stark behaart), längere Blütenstiele (Pedikel), die weniger stark nach unten gebogen sind (stärker nach innen gekrümmt bei Genlisea margaretae). Mit Genlisea margaretae bildet Genlisea glandulosissima am Naturstandort gelegentlich Hybriden aus.

  Naturstandort

Genlisea glandulosissima kommt im tropischen östlichen Afrika im nördlichen Sambia und im südwestlichen Tansania vor. Sie wächst dort in Höhenlagen um 1200-1800 m in Sümpfen und anderen dauernd nassen Plätzen. Am Naturstandort lassen sich oft andere Karnivoren finden, beispielsweise Drosera affinis, Utricularia welwitschii sowie Genlisea africana und Genlisea margaretae.

  Beschreibung

Es handelt sich um eine kleine bis mittelgroße, mehrjährige, rosettenbildende Art, die Rosette erreicht etwa 2-5 cm Durchmesser. Die Blätter sind spatelförmig und in überschwemmten Zustand bis 5 cm lang, dabei wird der Blattstiel etwa (4)6-20 mm lang und 0,5-1 mm breit und die Blattfläche etwa 2-10 mm lang und 1,5 - 5 mm breit.
Die Pflanzen bildet unterirdisch, wie alle Genliseen, keine Wurzeln, sondern weiße, bis 20 cm lange röhrenförmige Fallen aus. Von diesen finden sich bei Genlisea glandulosissima 2 verschiedene Formen: Eine wächst im oberflächennahen Bereich und wird etwa 2,5 - 5 (8) cm lang, die andere (so genannte "deep-soil trap") wächst tiefer und wird 5 - 20 cm lang. Da sie keine echten Wurzeln darstellen (es sind vielmehr modifizierte Blätter), werden sie von vielen Autoren und Experten Rhizoide, also "Wurzelähnliche" oder "Wurzelartige" genannt. Andere Autoren bezeichnen sie als Rhizophylle, das bedeutet soviel wie "Wurzelblätter". Sie wachsen nach unten, bilden in einem Abschnitt eine Verdickung, die als eine Art Magen angesehen wird und verzweigen sich schließlich in 2 Arme, die spiralig gewunden sind und kleine Öffnungen haben. Nach Barthlott et al. (1998) sollen Genliseen durch einen Lockstoff kleine Einzeller anlocken, diese bewegen sich schließlich in die Röhre, wo sie durch eine ausgeklügelte Anordnung von Reusenhaaren gezwungen werden, sich weiter nach oben in den Magen zu bewegen.
Der Blütenstand ist (außer im ganz untersten Bereich) dicht von Drüsenhaaren bedeckt, wird etwa (4) 6-14 cm hoch und trägt 4-7 (14) Blüten. Eine Pflanze kann mehrere Blütenstände ausbilden. Die Blüten sind dunkellila bis hellpurpur gefärbt und können etwa 0,5 cm groß werden. Die Pflanze ist selbstbestäubend.

  Kultur

Ich kultiviere Genlisea glandulosissima in einem 7 cm Plastiktopf in einem 60 x 40 cm Terrarium. Als Substrat verwende ich eine Mischung aus etwa 70 % Torf mit Zusatz von Perlite, Quarzsand und Vermiculite. Ich halte die Pflanze immer feucht, sie steht bei mir aber nicht in Wasser. Es wäre aber sicher gut möglich, diese Art sehr nass zu kultivieren (mit dem Wasserstand etwa auf Höhe des Topfrandes oder darüber). Ich gieße mit Osmosewasser, Regenwasser ist ebenso möglich. Eine Kultur unter Kunstlicht - ich verwende 2 T5-Leuchtstoffröhren der Lichtfarben 840 und 865 - ist gut möglich. Die Temperaturen sind ganzjährig hoch - etwa um 25°C tagsüber (im Sommer auch mehr), 15 - 22°C nachts.

  Vermehrung

Genlisea glandulosissima lässt sich sehr gut über Blattstecklinge vermehren. Diese werden abgerissen und mit der Basis in sehr nassen Torf gesteckt. Von der Blattbasis ausgehend bilden sich binnen weniger Wochen Jungpflanzen. Auch die Aussaat ist gut möglich, dabei sollten die Samen möglichst frisch sein. Man sät sie bei warmen Temperaturen auf Torf oder eine Torf-Quarzsand-Mischung. Die Keimung erfolgt am besten bei sehr nassen Bedingungen, mit dem Wasserstand etwa auf Substrathöhe, die Keimdauer kann zwischen 3 Wochen und 3 Monaten liegen.

  Verwendete und weiterführende Literatur

Barthlott et al.: Karnivoren (2004) Ulmer Verlag ISBN:3-8001-4144-2
Barthlott et al.: First protozoa-trapping plant found. Nature 392, 447 (1998)
Andreas Fleischmann: Monograph of the Genus Genlisea (2012) ISBN: 978-1-908787-00-2
Genlisea glandulosissima bei Wikipedia

Letzte Änderung: 2013-03-14 18:15:20


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