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Species: Drosera scorpioides Planch., {1848}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Martin Brunner

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

Geschichte:
Die Erstbeschreibung von D. scorpioides fand 1848 durch J. E. Planchon in Ann Sci Nat. (Paris) ser. 3, 9: 288 statt. Der Name scorpioides wurde deshalb gewählt, da die Anordnung und das Aussehen der Fangblätter den Namensgeber an einen Skorpion erinnerten.

Systematik:
Die Pflanze wird der Sektion Lamprolepis der Untergattung Bryastrum (= ´Zwergsonnentaue´) zugeordnet.
Zu beachten: Die früher beschriebene Unterart/Varietät Drosera scorpioides var. brevipes ist inzwischen ungültig, diese Pflanze läuft als eigenständige Art unter dem Namen Drosera dichrosepala.

Heimat / Standort:
Drosera scorpioides ist in Australien, und zwar im Südwesten, in der Gegend von Albany, Manypeaks und Esperance zu finden. Zudem gibt es noch einen kleineren Standort bei Perth.
Das Klima in diesem Gebiet kann man als mediterran einstufen, der Sommer ist warm bis heiß und trocken mit gelegentlichen Gewittern, der Winter etwas kühler und feucht. Die Höhenlage liegt von kapp über Meereshöhe bis etwa 300 m. Das Substrat am Naturstandort besteht hauptsächlich aus Laterit, Silikatsand und lehmiger Erde.

Die Pflanze:
Es handelt sich bei D. scorpioides um eine terrestrische, mehrjährige Pflanze (7 Jahre und älter sind von Züchtern bestätigt). Die Pflanze bildet eine lockere Rosette an einem Stämmchen mit aufrechten und waagrechten Blättern aus. Sie erreicht einen Durchmesser von bis zu 3,5 cm und eine Höhe bis zu 10 cm (meist kleiner) - damit ist Drosera scorpioides der größte Zwergsonnentau. Am Naturstandort, wohl auch durch das Substrat bedingt, wird die Pflanze meist nur halb so groß. Die dreigeteilten Nebenblätter werden bis 9 mm lang. Die Fangblätter sind mit Stängel bis knapp 2 cm lang und haben lange Randtentakel. Die Randtentakel sind mit 7 mm Länge sogar länger als das eigentliche Fangblatt (6 mm Länge). Diese Klebefalle ist recht erfolgreich im Beutefang und die Tentakel (sowie das Fangblatt) bewegen sich relativ schnell (in einer Minute können sich die Randtentakel umbiegen - weniger als 5 min für einen kompletten Fangvorgang).
Die Fangblätter sind schmal, lanzettförmig (6 mm lang, 1,6 mm breit); der Blattstiel 10 mm lang und 1mm breit an der Basis (verschmälert sich auf 0,5 mm). Die Blüte erscheint im Oktober. Im Normalfall hat die Pflanze ein Blütenstand - selten auch zwei - und erreicht eine Höhe von bis zu 5 cm mit 20-30 Blüten. Die Blütenstiele sind 1 mm lang; Kelchblätter: eiförmig und 2,5 mm lang, und 1,3 mm breit. Die 5 Kronblätter sind weiß, hell- oder dunkelrosa und 5 mm lang und 2,5 mm Breit (nahe der Spitze). Die 5 Staubgefäße (Stamina) besitzen weiße Staubfäden (Filament) und Staubbeutel (Anthere) - die Pollen selbst sind hellgelb. Der Fruchtknoten besitzt eine weiße/rötlich-rosane Farbe und ist 0,7 mm lang und 0,8 mm im Durchmesser. Die Blüte besitzt drei weiße, aufrechte Griffel mit gebogenen Narben.
Neben der Vermehrung über die Samen ist die zwergdroseratypische Vermehrung über Brutschuppen vorhanden. Diese sind fast schon kugelförmig, etwa 3 mm groß und damit größten Brutschuppen aus der Gruppe Zwergdrosera.
Neben den Faserwurzeln besitzt die Pflanze aufgrund der Stämmchenbildung auch Stützwurzeln.
Formen: Neben der Normalform gibt es eine ´Gigant´ und eine ´White Flower´ Form: In Züchterkreisen ist eine Form ´Gigant´ (manchmal auch als ´large´ bezeichnet) im Umlauf, die normalerweise nach 6-7 Jahren 15-20 cm an Höhe erreicht. Die Pflanze stirbt dann oft ab. Einige Züchter können Größen bis 24 cm (kein Lichtmangel) sogar vorweisen. Am Naturstandort sieht es etwas anders aus, dort kippen diese Pflanzen im Normalfall um. Der Stamm stirbt hinten ab - die Pflanzen bilden jedoch Vorne neue Wurzeln, so dass sie auf diese Weise auch größer und Älter werden können. Die Gigant Form ist in der Gegend von Albany zu finden. Ebenso existiert noch eine Form ´White Flower´ (manchmal auch als ´Gigdegannup´ bezeichnet), die am Naturstandort in der Gegend um Gidgegannup vereinzelt anzutreffen ist.

Kultur:
Im Allgemeinen gilt D. scorpioides als einfachere Pflanze der Zwergsonnentau-Gruppe. Als Substrat wird ein Torf-Sand-Gemisch genommen und die Pflanze im Anstauverfahren gehalten. Als Standort findet sich die Pflanze bei der ganzjährigen Kultur bei Zimmertemperatur auf der Fensterbank an der Südseite gerne wieder. Es genügt eine normale Zimmerluftfeuchtigkeit - im Winter sollte sie halt nicht zu weit sinken. Sie kann natürlich neben der Haltung im Einzeltopf auch in kleinen Terrarien z. B mit Drosera dichrosepala zusammengehalten werden. Wie schon angedeutet kann die Pflanze sehr gut über Brutschuppen vermehrt werden.
Krankheiten und Schädlinge: Leider treten Blattläuse ab und zu auf.

Quellen:
Lowrie, Allen: "Carnivorous Plants of Australia", Vol. 2, Seite 162 ff
D´Amato, Peter: The savage Garden, Seite 150 ff

Letzte Änderung: 2006-11-13 22:02:27



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     Drosera scorpioides
CAR-NEP-DRO-DRO-BRY-LAM

D. scorpioides mit Schmetterling
D. scorpioides mit Schmetterling
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