Einführung

Datenbank
  Systematik
  Gattungen
  Arten
  Abfrage-Formular

Magazin

Hilfe

Kontakt/Info

Datenbank
Species: Drosera montana St. Hil., {1824}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Markus Berg

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

  Geschichtliches

Drosera montana wurde 1824 vom französischen Botaniker Auguste Francois de Saint Hilaire (1779-1853) in "Flora Brasiliae meridionales" beschrieben.

   Einführung in die Systematik des D. montana-Komplexes

Die Art steht innerhalb der Gattung Drosera in der Sektion Drosera. Drosera montana ist mit den weiteren Arten des D. montana-Komplexes nahe verwandt, so mit Drosera tomentosa A. St. Hil. , die 1906 von Diels als Drosera montana var. tomentosa eingeteilt wurde. Diels beschrieb diese (Unter-)Art aufgund von getrockneten Pflanzen im Herbarium, nach Saint Hilaire und dem Experten für südamerikanische Karnivoren, Fernando Rivadavia-Lopes, sind beide als eigenständige Arten zu betrachten. Die beiden Arten sind folgendermaßen zu unterscheiden: Drosera montana lebt in einem Lebensraum, der im Winter oft austrocknet, sodass diese Art als Wurzel überdauern kann. Außerdem sind die Samen und Kelchblätter größer und die Blütenblätter schmaler als bei D. tomentosa.
Drosera tomentosa hingegen wächst ganzjährig, hat kleinere Samen und Kechblätter, außerdem mehr Blüten einem Schaft, die neuen Blätter sind oftmals halbaufrecht (niederliegend bei Drosera montana) und die Rosetten sind größer. Die meisten Formen der D. tomentosa haben außerdem einen meist behaarten Blütenstand, der bei Drosera montana eher leicht mit kurzen Drüsen bedeckt ist. Leider ist die Behaarung beider Arten überaus variabel, sodass Behaarungsmerkmale alleine als Unterscheidung nicht ausreichen.
Es existiert auch eine Drosera montana var. schwackei, die 1906 von Diels beschrieben wurde. Sie unterscheidt sich v. a. in Behaarungsmerkmalen des Blütenstandes von Drosera montana. Diese Varietät wird nach Rivadavia mittlerweile als eigenständige Art D. schwackei eingestuft. Allerdings sei gesagt, daß auch die einzelnen Arten bzw. Varietäten von Standort zu Standort verschieden aussehen und kultiviert Pflanzen den Pflanzen in der Natur nur wenig ähnlich sehen, daher ist eine eindeutige Bestimmung nicht gerade einfach. Es kommt erschwerend hinzu, daß jahrelang "D. montana" kultiviert wurden, bei denen es sich in Wirklichkeit um z. B. Drosera spatulata (die in Asien vorkommt und D. montana kaum ähnelt) handelte.

  Naturstandort

Drosera montana ist im Süden Brasiliens recht weit verbreitet, so z. B. in der Serra do Cipo, Serra do Canastra oder Chapada dos Veadeiros. Der Typusstandort befindet sich im brsailianischen Bundesstaat Minas Gerais in der Serra do Papagaio. Laut der Karnivoren-Datenbank der ICPS gibt es mögcherweise einige Standorte in Venezuela, Peru und Bolivien. Es kann sich hierbei jedoch auch um Verwechslungen mit anderen Arten handeln.
Drosera montana kommt am Naturstandort meist in Höhenlagen in sandigen Grassavannen oder Mooren vor, die saisonal auch leicht überschwemmt werden können. An karnivorer Begleitvegetation kommt z.B. D. tomentosa, D. spec. "white hirtella" (neue Art) und auch Lentibulariaceae wie Utricularia subulata, Utricularia pubescens sowie einige Genlisea-Species vor. Das Klima ist ein subtropisches Höhenklima, das von starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie teilweise starken Regenfällen geprägt ist. Es gibt zwei Jahreszeiten, einen feuchtwarmen Sommer und einen (zumindest an manchen Standorten) kühl-trockenen Winter. Besonders exponierte Gebiete werden selten sogar von leichten Nachtfrösten heimgesucht. Die Pflanzen dürften hierbei vermutlich oberirdisch absterben und als Samen bzw. Wurzel überdauern.

  Beschreibung

Es handelt sich um einen rosettenbildenden Sonnentau. Der Durchmesser beträgt etwa 2-4 cm. Die Bl?ätter sind länglich-oval ohne deutlichen Blattstiel und liegen flach am Boden. Die Blattunterseite ist leicht mit kurzen weißen Haaren bedeckt.In voller Sonne kannn sie sich sehr schön rot färben. Der Blütenstand wird etwa 10-13 cm hoch und trägt bis zu 10 rosafarbene Blüten. Diese haben einen Durchmesser von etwa 1- 1,5 cm. ögftmals erscheint der Blütenstand, verglichen mit der Rosette, ein wenig überproportioniert. Die Wurzeln der Art sind schwarz und auffällig lang und verdickt, da sie als Speicherwurzeln während der Trockenzeit fungieren.

  Kultur

Drosera montana ist sehr gut für ein Terrarium oder ein warmes Gew?shaus geeignet. Ich kultiviere sie in einem 9 cm Plastiktopf in einem 50x30 cm Terrarium. Als Substrat verwende ich eine Mischung aus reinem Weißtorf mit etwa 20 % grobem Quarzsand. Auch Perlite und kleine Mengen an Vermiculite eignen sich als Zusätze. Sehr empfehlenswert ist außerdem ein Substrat, das auf totem (Neuseeland-) Sphagnum hoher Qualität basiert. Die Pflanzen können ganzjährig feucht gehalten werden, sollten jedoch nicht ständig unter Anstaubewässerung gehalten werden. Das Substrat kann kurzzeitig auch mal problemlos leicht abtrocknen. Wird die Art im Winter kühl gehalten, empfiehlt sich für diesen Zeitraum eine etwas trockenere Kultur. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein, außerdem ist die Art empfindlich gegen stehende und zu feuchte Luft. Als Temperaturen sind im Sommer maximal 30, ausnahmsweise 35°C und im Winter etwa 15 - 20 °C Tagestemperaturen zu empfehlen. Da es sich meist um Hochlandpflanzen handelt, sollten die Nachttemperaturen um mindestens 5, besser 10 oder gar 15°C unter den Tagestemperaturen liegen. Diese Nachtabsenkung ist insbesondere im Sommer besonders wichtig. Die Pflanze benötigt viel Licht, volle Sonne ist zu empfehlen.
Im Winter kultiviere ich sie unter 2 x 15 Watt Leuchtstoffröhren, wo sie eine grüne Farbe annehmen. Ab einer dauerhaften Nachttemperatur von über 7 °C steht das Terrarium von Frühjahr bis Herbst auf dem Balkon, wo sich die Pflanzen besonders wohl fühlen. Wichtig ist, dass es im Sommer nicht zu heißwird und die Luftfeuchtigkeit im Winter nicht zu hoch ist. Gegebenenfalls muß im Sommer leicht schattiert werden. Es ist darauf zu achten, daß der Wurzelraum nicht zu warm wird, insbesondere Plastiktöpf heizen sich im Sommer sehr stark auf. Im Terrarium sollte daher der Topfbereich, also die unteren 10 cm etwa, mit Alufolie bedeckt werden, die die Sonneneinstrahlung reflektieren kann.

  Vermehrung

Drosera montana bildet durch Selbstbestäubung relativ viele Samen aus, durch die sie sich problemlos vermehren lässt. Die Samen können ganzjährig auf reinen Torf ausgesät werden. Sie keimen meist binnen 2-5 Wochen. Die Sämlinge sollten die ersten 2 Wochen unter hoher Luftfeuchte gehalten werden und das Substrat soll immer gut feucht sein, eine leichte Anstaukultur ist für ersten Wochen möglich.
Die Art lässt sich außerdem durch Blattstecklinge vermehren, die man unter hoher Luftfeuchte auf Torf legt. Die aus Blattstecklingen entstandenen Pflänzchen wachsen etwas schneller als die aus Samen entstandenen.

  Krankheiten

Bei nicht idealer Kultur, d. h. wenn die Pflanze im Sommer zu warm und trocken oder im Winter zu nass steht, ist sie anfällig für Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben sowie Pilzinfektionen und Wurzelfäule. Es werden jedoch alle gängigen Insektizide und Fungizide gut vertragen. Es empfiehlt sich bei Schädlingsbefall eine Anwendung systemisch wirkender Mittel oder Pflanzenschutzstäbchen, die man in die Erde steckt (möglichst ohne Düngerzusatz !). Nicht zu vergessen ist ggf. die sofortige Isolation befallener Pflanzen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

  Referenzen

Fernando Rivadavia: CPN 20(4):110-113: Back to Caraca
Randy Lamb: CPN 21(3):60-64: A carnivorous plant tour of South America part one: Trekking through the tropical northeastern countries
CPN-Beitrag mit Beschreibung von Drosera schwackei
Diverse Beiträge von u. a. Fernando Rivadavia und Andreas Fleischmann im GFP-Forum und CPUK-Forum

Letzte Änderung: 2013-08-25 13:20:10



Weiter Abfrage-Formular
Zurück Gattungen
  druckfreundliche Version
     Drosera montana
CAR-NEP-DRO-DRO-DRO-DRO
Drosera-Datenblatt

Drosera-Artenliste
Nach Drosera-Art



Gattung wechseln:

  
 


www.FleischfressendePflanzen.de - Die Karnivoren-Datenbank.
© 2001-2007 Georg Stach, Lars Timmann. Beachten Sie unsere Hinweise zum Copyright.