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Species: Drosera kenneallyi Lowrie, {1996}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Markus Berg

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

  Geschichtliches

Drosera kenneallyi wurde 1998 von Allen Lowrie beschrieben. Die Art wurde bereits am 07.12.1982 das erste Mal gesammelt. Der Sammler war Kevin F. Kenneally, nach dem diese Art dann benannt wurde.

  Systematik

Die Art steht innerhalb der Gattung Drosera in der Sektion Lasiocephala, dem so genannten Drosera-petiolaris-Komplex. Derzeit enthält diese Sektion 12 Arten sowie einige noch unbeschriebe Arten. Zum Petiolaris-Komplex gehören z. B. auch Drosera caduca und Drosera derbyensis.

  Naturstandort

Drosera kenneallyi kommt im tropischen, nödlichen Australien vor. Sie wächst dort in einem sehr begrenztem Gebiet im Bereich des Airfield-Sumpfes am Mitchell Plateau in den Kimberley-Bergen. Der Typusstandort befindet sich 9 km nördlich des Bergbau-Camps auf der Strecke Richtung Port Warrender (Mitchell Plateau). Die Art wächst bevorzugt in braunem, feinem, sandigem Lehm, in Sumpfland sowie an lateritischen Sandboden. Der Naturstandort kann von Januar bis Februar leicht überschwemmt werden. Das Wasser soll dann so heiß werden, daß man nur schwer hindurchwaten kann (lt. Kingsley Dixon in der Beschreibung der Art, siehe unten). Durch die relativ langen Blattstiele werden dann die Fangblätter über der Wasseroberfläche gehalten, sodaß die Art auch in leicht überschwemmtem Zustand Beute fangen kann. In der Trockenzeit trocknen die Standorte aus und der Boden wird steinhart. Die Pflanzen überdauern diese Phase durch ihre zwiebelartig verdickten Blattbasen. An Begleitvegetation kommt z. B. Eucalyptus latifolia, Melalaeuca leucodendron sowie Drosera brevicornis vor.

  Beschreibung

Es handelt sich um einen rosettenbildenden Sonnentau. Die Blattstiele sind schmal verkehrtlanzettlich, sie werden bis zu 4 cm lang und in der Mitte maximal 2,5 mm breit, an
eingerolltes Fangblatt 
 (c) Markus Berg
eingerolltes Fangblatt
© Markus Berg
der Basis 1 mm breit, am Fangblattansatz etwa 0,7 - 1 mm. Die Breite kann jedoch innerhalb der Art variieren. Der Blattstiel ist fast unbehaart und hat eine grün-rote bis rot-bronzene Färbung, je nach Lichtintensität. Das eigentliche Fangblatt ist umgekehrt breitelliptisch bis sehr breit oval und wird etwa 4 - 6 mm lang und 5,5 - 7 mm breit. Die Blätter stehen flach am Boden. Die Blattbasen bilden eine fleischige Zwiebel, mit deren Hilfe die Pflanze Trockenzeiten überdauern kann. Die Blütenstände werden 12 - 21 cm lang und sind mit kurzen Haaren bedeckt. Ein Blütenstand trägt bis zu 20 Blüten. Die Pedikel, d. h. die Stiele der Einzelblüten werden 3 - 12 mm lang. Die Blütenbätter werden bis zu 6,5 mm lang und 4 mm breit, sind mehr oder weniger oval, besitzen eine deutliche Mittelvene und sind weiß bis pink gefärbt. Am Naturstandort blüht Drosera kenneallyi in der Regenzeit im November und Dezember, in Kultur ganzjährig.

  Kultur

Die Pflanze ist sehr gut für ein Terrarium oder ein warmes Gewächshaus geeignet. Ich kultiviere sie in möglichst tiefen 7 bis 10 cm Plastiktöpfen in einem 60x40 cm Terrarium. Als Substrat verwende ich eine Mischung aus etwa 50:50 Torf und Perlite mit Zusätzen von Laterite und Vermiculite. Es kannn auch grober Quarzsand und Holzkohlestücken als Zusatz verwendet werden. Einige Kultivateure verwenden mit Erfolg eine Mischung aus totem Neuseeland-Sphagnum mit Perlite oder Sand. Das Substrat soll ganzjährig feucht sein, eine Anstaubewässerung ist im Sommer bzw. bei genügend Wärme möglich.
Aufgrund der tropischen Herkunft ist diese Art ganzjährig warm zu halten. Bei mir betragen die Temperaturen ganzjährig mindestens 25°C tagsüber. Die Pflanze benötigt viel Licht, volle Sonne ist zu empfehlen. Im Winter kultiviere ich sie unter T5-Leuchtstoffröhren der Lichtfarben 840 und 865, im Sommer bei warmem Wetter auf dem Balkon, wo sich die Pflanzen besonders gut ausfärben. Die Luftfeuchtigkeit muß nicht besonders hoch sein, die Pflanzen sind eher empfindlich gegen hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit stehender Luft und niedrigen Temperaturen.

  Ruhezeit

Am Naturstandort legt die Pflanze während der Trockenperiode eine Ruhezeit ein. In Kultur ist dies jedoch nicht erforderlich. Sollte man diese Art jedoch kühl und dunkler stellen, wie dies in vielen Gewächshäusern der Fall ist, kann diese Art auch eine Ruhezeit einlegen. Dies erkennt man an immer kürzer werdenden Blattstielen. Man sollte die Pflanze dann trockener stellen (jedoch den Topf nicht komplett austrocknen lassen!). Die Pflanze treibt dann bei wärmerem Wetter im Frühjahr wieder aus und kann dann langsam wieder mehr Wasser bekommen. Ich selbst habe mit einer Ruhezeit bei Arten des Petiolaris-Komplexes keine Erfahrung. Für weitere Informationen verweise ich deshalb auf diesen Artikel von Andreas Fleischmann im GFP-Forum.

  Vermehrung

Drosera kenneallyi läßt sich sowohl vegetativ als auch generativ vermehren. Zur vegetativen Vermehrung reißt man einige Blätter ab. Hierbei ist zu beachten, dass möglichst viel der fleischigen, weißen Blattbasis am Steckling bleibt. Das Blatt wird dann entweder in ein Glas destilliertes Wasser gelegt, oder aber in ein Torf-Sand-Gemisch gesteckt. Alternativ ist auch feines, totes Sphagnum möglich. Zu beachten ist, dass die Art viel Wärme zum Austreiben benötigt. Das Blatt treibt an der Blattbasis wieder aus, deshalb sollte bei Vermehrung in Substrat die Blattbasis etwa 0,5 - 1 cm mit Substrat bedeckt sein.
Eine Alternative ist die Teilung einer Pflanze. Sie sollte erst erfolgen, wenn eine Pflanze bereits mehrere Vegetationspunkte verfügt. Man trennt einfach mit einem scharfen Messer die Pflanze ab. Die Schnittstelle muss unbedingt mit Holzkohlepulver und ggf. einem Fungizid desinfiziert werden, ansonsten droht Fäulnis. Die Teilung einer Pflanze mit nur einem Vegetationspunkt ist prinzipiell ebenfalls möglich, aber umso riskanter, da sie leicht zum Verlust aller Teile führen kann.
aus Samen gezogene Jungpflanze 
 (c) Markus Berg
aus Samen gezogene Jungpflanze
© Markus Berg
Selbstverständlich läßt sich Drosera kenneallyi auch durch Samen vermehren. Leider ist die Pflanze selbststeril, d. h. sie muss mit einer anderen aus Samen entstandenen (also genetisch verschiedenen) Pflanze bestäubt werden. Die Aussaat ist wiederum recht einfach. Die Samen werden auf ein Torf-Sand-Gemisch gesät, das bei mindestens 25, besser 30°C gut feucht gehalten wird. Die Samen keimen üblichererweise binnen 3 Wochen, die jungen Pflanzen sollten die ersten Wochen unter hoher Luftfeuchtigkeit gehalten werden. Die Sämlinge wachsen die erste Zeit recht langsam und sind oft anfällig für Pilzinfektionen, deshalb sollten sie nicht zu nass gehalten werden.

  Krankheiten

Die Art ist - wie alle anderen Arten des Petiolaris-Komplexes - recht anfällig für Fäulnis, die meist durch zu viel Feuchtigkeit in Verbindung mit zu kühlen Temperaturen entsteht. In diesem Falle sollte man das Substrat etwas trockener halten, und die Luftfeuchtigkeit absinken lassen. Hierfür kann man z. B. im Terrarium einen kleinen PC-Lüfter einbauen. Durch die verhältnismäßig kleinen Fangblätter sind die Pflanzen gegen Schädlinge wie Blattläse oder Wolläuse ebenfalls besonders anfällig. Nach meiner Erfahrung werden jedoch alle gängigen chemischen Fungizide und Insektizide gut vertragen.

  Referenzen

Allen Lowrie: Nuytsia 10 (3): 419-423 (1996): Drosera kenneallyi (Droseraceae), a new tropical species of carnivorous plants from the Limberley, northern Western Australia
Allen Lowrie: Carnivorous Plants of Australia Vol. 3
Allen Lowrie: Das Taublatt Heft 14 (1990/2): Der Drosera-petiolaris Komplex übersetzt von Anja und Holger Hennern
Allen Lowrie: Das Taublatt Heft 16 (1991/2): Auf der Suche nach Karnivoren in Nordaustralien. Frei übersetzt von Schülern und der Redaktion
Diverse Beiträge im GFP-Forum und CPUK-Forum

Letzte Änderung: 2011-07-10 21:11:38



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     Drosera kenneallyi
CAR-NEP-DRO-DRO-LAS-LAS

Drosera kenneallyi
Drosera kenneallyi
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