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Species: Drosera derbyensis Lowrie, {1996}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Markus Berg

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

  Geschichtliches

Drosera derbyensis wurde 1996 von Allen Lowrie beschrieben.

  Naturstandort

Die Art ist im Gebiet von Derby bis Beverly Springs in den Kimberleys Western Australiens beheimatet. Sie wächst dort in sandigen Böden. Der Typusstandort befindet sich am Silent Grove Campingplatz.

  Systematik

Die Art gehört innerhalb der Gattung Drosera in die Sektion Lasiocephala, dem so genannten Drosera-Petiolaris-Komplex. Dieser Komplex besteht aus etwa 15 Arten, die allesamt im tropischen nördlichen Australien sowie in Neuguinea beheimatet sind. Die nächste Verwandte dürfte Drosera lanata sein. Von dieser Art wird sie unterschieden durch die sehr schmal-verkehrtlanzettlichen Blattstiele (linear bei D. lanata) sowie die Behaarung mit nicht verzweigten Haaren (verzweigt bei D. lanata).

  Beschreibung

Die Art ist mehrjährig und kommt in sandigen, tropischen Gebieten vor.
Pflanze in Kultur 
 (c) Markus Berg
Pflanze in Kultur
© Markus Berg
Das Jahr ist in eine Trocken- und eine Regenzeit unterteilt. Drosera derbyensis überdauert die Trockenzeit mithilfe von einer stark behaarten Überdauerungsknospe. Es handelt sich um eine rosettenbildende Pflanze, wobei die Blätter in der Regel am Boden liegen bis halbaufrecht stehen. Der Blattstiel wird bis zu 4,5 cm lang, ist sehr schmal verkehrtlanzettlich und bis zu 1,7 mm breit. Er ist dicht mit unverzweigten, weißen bis grauen Haaren bedeckt. Das Fangblatt ist rundlich und etwa 3 mm breit. Gelegentlich bildet eine Pflanze mehrere Rosetten aus. Pro Rosette bildet die Pflanze 1-4 25-35 cm lange Blütenstände. Diese tragen bis zu 50 Blüten an bis 3 mm langen Stielen. Der Blütenstand ist dicht mit kurzen, weißen Haaren bedeckt. Die Blüten sind weiß mit bis zu 9 mm Durchmesser. Am Naturstandort blüht Drosera derbyensis von März bis Juni, in Kultur ganzjährig.

  Kultur

Die Art benötigt ganzjährig viel Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit. Ideal dürfte die Kultur in einem Terrarium bei mindestens 25°C sein. Als Substrat verwende ich ein Gemisch aus gleichen Teilen Torf und Perlite mit Zusätzen von (je etwa 1 Teelöffel pro Liter) Vermiculite, Laterite und Ton (sowohl gemahlen als auch gekörnt). Jungpflanzen sollten in ein entsprechendes Substrat mit nicht zu feinem Quarzsand statt dem meist recht groben Perlite gepflanzt werden. Ich gieße die Art nur mäßig und achte darauf, dass sie nicht dauerhaft im Anstau steht. Meiner Erfahrung nach reagiert diese Art leicht empfindlich mit Wurzelfäule auf zu viel Feuchtigkeit, vor allem in Verbindung mit Temperaturen unter 25°C. Die Luftfeuchtigkeit ist recht hoch - etwa 60 bis 70% - kann aber in der Mittagszeit ohne Probleme auf 30% absinken. In einem Terrarium kann ein kleiner Ventilator eingebaut werden, um etwa halbstündlich für Frischluft zu sorgen. Viele tropische Arten reagieren empfindlich auf feuchte, stehende Luft!
Die Temperaturen betragen bei mir in Sommer bis zu 40°C tagsüber, nachts etwa 15 bis 25°C (Ich kultiviere sie an warmen Tagen auf dem Balkon). Im Winter halte ich sie bei etwa 25 - 30°C am Tag und 20°C in der Nacht. Die Art sollte viel Licht bekommen, möglichst volle Sonne. Eine Kultur unter Leuchtstoffröhren ist auch möglich, allerdings färben sie sich dann oft nicht so gut aus. (Ich selbst kultiviere sie im Winter unter T5-Leuchtstoffröhren der Lichtfarben 840 und 860, bei 13 Stunden Licht / Tag).
Unter ganzjährig warmen, hellen Bedingungen wächst die Art das ganze Jahr ohne Ruhepause. Wenn im Winter die Tageslichtdauer unter etwa 10 Stunden fällt, die Temperaturen fallen oder die Pflanze einfach länger trocken steht, macht sie eine Ruhepause. Die Pflanze sollte dann für etwa 2 bis 4 Monate trockener stehen, wobei sie nur noch kleine Blätter bildet, die sehr stark behaart sind. Da ich bisher noch keine Erfahrung mit einer Ruhezeit bei meinen Pflanzen habe, verweise ich auf diesen Artikel von Andreas Fleischmann im GFP-Forum.

  Vermehrung

Blüte 
 (c) Markus Berg
Blüte
© Markus Berg
Die Art lässt sich angeblich durch Teilung recht leicht vermehren. Hierzu schneidet man einfach mit einem scharfen Messer die Rosette in 2 - 4 Teile. Nachdem die Schnittstellen mit Holzkohlepulver und Fungizid behandelt wurden, werden sie seperat in ein sandiges Substrat getopft. Bildet die Art von selbst mehrere Rosetten aus, kann sie vorsichtig getrennt werden. Ich selbst habe mit dieser Methode keine Erfahrung, da sie mir zu riskant erscheint.
Eine andere Möglichkeit ist die Vermehrung durch Blattstecklinge. Hierzu wird ein Blatt mitsamt der weißen Blattbasis abgerissen. Das Blatt wird dann entweder in ein Glas mit warmen, destillierten Wasser gelegt oder in einen Topf mit einem Torf-Sand-Gemisch oder Sphagnummoos gesteckt. Das Blatt treibt an der Blattbasis wieder aus, deshalb sollte das Blatt nicht zu hoch mit Substrat bedeckt sein. Ich selbst hatte mit dieser Methode bislang noch keinen Erfolg, dafür hat es bei anderen Arten (insbesondere den weniger behaarten und denen mit einer dickeren Blattbasis wie D. falconeri) gut funktioniert.

  Vermehrung durch Samen

Drosera derbyensis ist leider selbststeril, d. h. eine Pflanze alleine bildet keine Samen aus. Um Samen zu bekommen, müssen zwei genetisch verschiedene Pflanzen miteinander bestäubt werden. Hierzu reißt man einfach mit einer Pinzette die reifen Staubblätter einer Pflanze ab und streicht den Pollen auf die Narbe der anderen Pflanze. Wenn die Bestäubung erfolgreich war, sollten sich in wenigen Wochen Samenkapseln bilden, die viele winzige, schwarzen Samen enthalten. Es ist auch möglich, diese Art mit anderen Arten des Petiolaris-Komplexes zu kreuzen. Hierbei ist zu beachten, dass der Pollen von großnarbigen Arten nur auf der Narbe einer kleinernarbigen Art gut keimen kann. Als Größenvergleich kann man die Narbenäste benutzen, sie sind z. B. bei D. paradoxa recht kurz, während sie bei D. ordensis länger sind
Die Samen werden dann auf reinen Torf oder ein Torf-Quarzsand-Gemisch ausgesät und gut feucht gehalten. Sie sollten binnen 2 - 5 Wochen keimen, dennoch kann es manchmal einige Monate dauern. Wichtig ist, die Jungpflanzen nicht zu feucht, v. a. nicht zu luftfeucht zu halten, sie sind sehr empfindlich und faulen leicht! Der Sämling wächst zunächst relativ langsam. Nach etwa 1/2 Jahr hat er einen Durchmesser von etwa 2 cm erreicht. Blühfähig ist eine Pflanze nach über einem Jahr.

  Namensgebung

Die Art wurde nach der Stadt Derby in Westaustralien benannt, in deren Umgebung sie vorkommmt.

  Referenzen

Allen Lowrie: Nuytsia 11 (1): 55-69 (1996) New species in Drosera section Lasiocephala (Droseraceae) from tropical Western Australia
Allen Lowrie: Carnivorous plants of Australia Vol. 3 (1998)
Diverse Beiträge im GFP-Forum sowie im CPUK-Forum

Letzte Änderung: 2011-07-10 21:09:37



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     Drosera derbyensis
CAR-NEP-DRO-DRO-LAS-LAS

Drosera derbyensis
Drosera derbyensis
© Markus Berg


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