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Species: Nepenthes singalana Becc., {1886}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Amon Horngacher

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

Nepenthes singalana wurde von Odoardo Beccari auf dem ihr Namengebenden Gunung Singgalang im Hochland von Padang gefunden. Dieser Bereich von Sumatra war so ziemlich der erste, der von Europäern erkundet wurde. Seitdem wurden viele andere Standorte von Nepenthes singalana gefunden.

Die Kannen der Bodenrosetten variieren zwischen den einzelnen Standorten. So besitzen Pflanzen, welche auf dem Gunung Tujuh, oder dem Gunung Kerinci vorkommen viel robustere Bodenkannen mit einem breiten Peristom, welches größere Rippen aufweist. So unterscheiden sie sich stark von den Pflanzen, die im norden von Bukittinggi zum Beispiel auf dem Gunung Talamau oder dem Gunung Malintang vorkommen. Es könnte auch sein dass es sich hierbei um eine eigene, sehr ähnlich aussehende Spezies handelt, die noch nicht beschrieben wurde. Des Weiteren wächst Nepenthes singalana im Hochland von Padang mit der ähnlich aussehenden Nepenthes diatas, so dass diese von Jepp & Cheek (1997) als eine weit robustere Version von Nepenthes singalana beschrieben wurde. Die unterschiede zwischen den beiden Nepenthes sind meines Erachtens jedoch zu groß, um auf dieses Ergebnis zu kommen.

Die Pflanzen werden über 5 Meter hoch, bilden einen dünnen, meist nur 5-6 mm breiten, zylinderförmigen Stamm und tragen Blätter im Abstand von ca. 15 cm. Die dünnen, festen, grünen Blätter sind stiellos, erreichen eine größe von 15 cm und eine breite von 5 cm, haben ihre breiteste stelle im letzten Drittel des Blattes und haben eine meist grün bleibende Blattader. Die dicken Kannenstiele erreichen eine Länge von über 20 cm und tragen bis zu 28 cm große Bodenkannen mit 7-9 cm breite. Die dunkelroten, glatten Kannen sind im ersten Drittel trompetenförmig, werden dann vom ersten Drittel bis zur Hälfte der Kanne oval und darüber zylinderförmig mit zwei eher schwach ausgebildeten Flügelleisten. Das Peristom ist zwischen den beiden Flügelleisten noch sehr dünn, je weiter es jedoch die stark ansteigende Kannenöffnung nach oben verläuft, desto breiter wird es, und erreicht schließlich eine breite von über einem Zentimeter. Es besitzt deutlich sichtbare Rippen und spitze, lange Zähne im Kanneninneren, welches eine sehr viel hellere Farbe annimmt als das äußere der Kanne. Der horizontal liegende Deckel ist ein wenig größer als die Kannenöffnung und besitzt zudem noch eine etwas hellere Farbe als der Rest der Kanne. Die hellen, meist gelben Luftkannen sind im untern Drittel schmal oval, darüber zylinderförmig und erreichen eine Größe von über 30 cm. Die Kanne wird nur etwas über 8 cm breit, hat nur noch zwei rippen als Flügelleisten und eine nicht ganz so stark ansteigende Kannenöffnung. Das schmalere Peristom ist nur etwa einen halben Zentimeter breit, mit gelb und rot gestreiften, kleinen Rippen. Das innere der Kannenöffnung ist etwas dunkel gefleckt, was am äußeren der Kanne auch etwas zu sehen ist. Der gelbe Deckel ist etwa so groß wie die Kannenöffnung. Die männliche Blüte ist wie eine Rispe aufgebaut, ist über 10 cm groß mit einem 15-20 cm langen Stängel. Die kleinen Blüten sitzen an bis zu 2 cm langen Stielen. Die weiblichen Blüten sind in der Struktur den männlichen ähnlich, nur der Stiel der Rispe ist ein wenig länger.

Herkunft und Kultur

  Vorkommen

In West Sumatra und Jambi auf einer Höhenlage von 2000 bis 2900 Metern. Sie hat viele Standorte, an denen sie vertreten ist, wie zum Beispiel den Gunung Tujuh in West Sumatra, auf dem Gunung Masurai in Jambi, oder auf dem Namensgebenden Gunung Singgalang. Sie wächst meist terrestrisch, seltener auch epiphytisch im lichten Regenwald von Gipfeln oder auf Kämmen von Bergketten.

  Temperatur

Obwohl es sich bei Nepenthes singalana um eine Hochlandnepenthes handelt, die im Vergleich zu anderen Nepentheseinen sehr Hochgelegenen Standort bevorzugt, ist diese nicht sehr anfällig gegenüber etwas geringerer Nachtabsenkung oder höheren Temperaturen. So sollten die Temperaturen am Tag bei mindestens 22 Grad liegen, und können auf 28 Grad ansteigen. Nachts sollte eine Nachtabsenkung auf mindestens 18 Grad gewährleistet sein, die Temperaturen dürfen jedoch auch problemlos auf 8 Grad abfallen.

  Licht und Luftfeuchte

Ein etwas hellerer Standort, nur kurz direkte Sonne am Vormittag oder Nachmittag. Die Blätter färben sich in der nähe der Blattader stark rot, wenn es ihr zu hell ist, dies ist jedoch nur selten der Fall, d. h. sie ist auch gegenüber hellen Standorten recht tolerant. Ist der Standort zu dunkel gewählt, werden lediglich die Blätter etwas größer, die Pflanze bildet jedoch weiterhin Kannen aus. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte so hoch wie möglich gehalten werden und am besten immer bei ca. 90% liegen.

  Substrat

Ein Stanart Nepenthes Gemisch, aus einem großen Anteil an totem, gehacktem Sphagnum, Perlite, wenig Torf und etwas geschrotetem Kork, wahlweise auch Tongranulat. Die Pflanzen lassen schnell die Blätter hängen, wenn das Substrat zu trocken wird, daher sollte immer darauf geachtet werden dass dieses immer feucht gehalten wird und nicht austrocknet. Staunässe ist jedoch zu vermeiden. Der Topf sollte ungefähr die Hälfte des Durchmessers der Pflanze messen.

  Vermehrung

Nepenthes singalana lässt sich sehr gut über den Vegetativen Weg vermehren: es werden oft Seitentriebe gebildet, manchmal auch über 5-6 Stück pro Pflanze, welche schon sehr schnell wachsen und auch oft schon ein Wurzelwerk neben der Mutterpflanze gebildet haben. Werden diese abgetrennt, egal ob bewurzelt oder unbewurzelt, wachsen diese in einem Gemisch aus Sphagnum und Perlite sehr schnell an. Erstaunlicherweise, werden dabei beim richtigen Aufzuchtsklima nicht einmal die Kannen zurückgebildet, oder auch die Kannenproduktion für kurze Zeit eingestellt. Diese Art der Vermehrung bringt daher sehr gute Erfolge. Die Vermehrung über Samen bringt relativ gute Erfolge: sind die Samen frisch, so setzt mindestens die Hälfte davon an und wachsen ohne Probleme, sodass es meist nur ein halbes Jahr dauert, bis man gesunde Jungpflanzen erhalten hat.

  Hybriden am Naturstandort

bis jetzt sind vier Hybriden mit bekannt: Nepenthes singalana x aristolochioides, Nepenthes singalana x bongso, Nepenthes singalana x dubia (wahrscheinlich) und Nepenthes singalana x gymnamphora.

Nepenthes singalana kann aufgrund ihres mittelschnellen Wachstums, und ihrer recht geringen Größe lange Zeit im Terrarium gepflegt werden. Sie fängt zudem erst recht spät zu klettern an und muss daher oft erst nach vielen Monaten in ein Gewächshaus umgesiedelt werden. Aufgrund der leichten Vermehrung ist diese Pflanze auch oft in Baumärkten oder Gartenzentren vertreten, wo sie für einen Verhältnismäßig geringen Preis erworben werden können. Kann die Luftfeuchte hochgehalten, und die Tages und Nachttemperaturen hergestellt werden, so ist es meines Erachtens kein Problem, wenn sich auch Leute zu einem Kauf dieser Pflanze entschließen, welche noch nicht so viel Erfahrung im bereich Hochlandnepenthes gesammelt haben.

Letzte Änderung: 2004-03-07 22:00:06



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     Nepenthes singalana
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Pflanze in Kultur
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