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Species: Nepenthes pervillei Bl., {1852}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Martin Brunner

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Systematik

Beschreibung

Geschichte:
Die Erstbeschreibung erfolgte 1852 durch Blume. Benannt wurde die Pflanze nach dem Botaniker Perville.
Frühere, inzwischen ungültige Namen: N. wardii

Heimat:
Unter der Kannenpflanzen ist dies die einzige Art, die auf den Seychellen vorkommt. Und hier auch nur auf den Inseln Mahé and Silhouette. Sie wächst dort auf den Bergen in einer Höhenlage von 350-500 m (manchmal 800m). Die Pflanze kann manchmal regelrechte Kolonien bilden die durch die gelbgrünen Kannen mit roten Deckeln sich von der übrigen Vegetation abheben. Im Allgemeinen wächst sie an sehr heißen Standorten mit direkter Sonneneinstrahlung auf Granitfelsen mit einer sehr dünnen Substratschicht - teilweise sogar ohne Substratschicht. Dennoch ist die Luftfeuchtigkeit - durch Nebel nach dem Regen oder durch Wolken die die Berge hochziehen - meist recht hoch. Die Begleitvegetation - meist Büsche, aber auch Bäume - wird in den N. pervillei Kolonien regelrecht überwuchert.

Die Pflanze:
Vom botanischen her gesehen, gehört Nepenthes pervillei zu den urtümlichsten Arten der Gattung, so sind z.B. die Samenkapseln sehr kurz und tragen 2 mm kleine, schwarze Samen ohne typische ´Flügel´. Im Allgemeinen bildet die Pflanze (wohl auch aufgrund des Standortes) nur bodenständige Rosetten aus. Die Blätter erreichen eine Länge von 25 cm. Vereinzelt kann man jedoch auch kletternde Pflanzen am Naturstandort finden. Oft bildet die Pflanze seitliche - bis 7 m lange - Ausläufer.
Kannen werden im Allgemeinen nur an den Kurztrieben entwickelt, selten an den Langtrieben. Die Hochkannen der Langtriebe sind nicht von den anderen Kannen zu unterscheiden. Die typisch geformte Kanne selbst kann eine Gesamthöhe von 20 cm erreichen und besitzt einen runden, waagerecht stehenden Deckel. Die Kannen sind hell- bis gelbgrün und können je nach Standort eine rote Maserung aufweisen oder teilweise gar fast ganz rot werden. Im Kannengrund finden sich die meisten Verdauungsdrüsen: 500 pro Quadratzentimeter. Die gebildete Verdauungsflüssigkeit ist zäher flüssig als bei anderen Arten. Die Verdauungszone erstreckt sich bis zur Einschnürung zum Hals auf dem das 2-3 mm schmale Peristom sitzt. Pro mm Peristom sind etwa 3 Rillen ausgebildet. Der Hals ist als Gleitzone ausgeformt. Der runde bis eiförmige Deckel schützt den Kanneninhalt komplett vor den regelmäßigen Regenschauern in der Heimat. Auf der Deckelunterseite finden sich 50-300 Nektardrüsen (meist 100-200). Die Kannen werden von der Pflanze regelrecht in die Höhe gestreckt. Eine Besonderheit bietet die Pflanze noch: Die absterbenden Kannen werden um 180° gedreht, so dass sich der Inhalt auf den Boden entleert und wohl als Dünger dient. Bevor das Blatt stirbt legt sich dieses - ähnlich wie bei Palmen - an den Stamm.
Der Blütenstängel erreicht eine Höhe von 40 cm.

Kultur:
Die Pflanze gilt als schwierig in der Kultur. Zudem wächst die Pflanze recht langsam, erst etwa 10 Jahre nach der Aussaat bildet die Pflanze ihre typischen, amphorenförmigen Kannen an einem der sich bildenden Langtrieben.
Da die Heimat direkt am Äquator liegt braucht die Pflanze Licht, Licht und nochmals Licht. Volle Sonne ist Pflicht. Braune Flecken auf den Blättern bedeuten bei dieser Pflanze daher nicht zuviel Sonne, sondern ungeeignetes Substrat (zu hoher Torfanteil). Das Substrat sollte sehr locker und sandig sein. Es darf ruhig auch etwas trockener werden.
Die Temperatur ist Tagsüber heiß, über 20°C sind Pflicht, Nachts darf es etwas abkühlen, die Temperatur sollte jedoch zwischen 15-20°C liegen. Wie bei allen Nepenthes wird eine hohe Luftfeuchtigkeit gewünscht.

Krankheiten:
braune Blätter: siehe unter Kultur
Flecken oder sich nicht öffnende Kannen können auch auf tierische Schädlinge deuten.

Quellen:
Barthlott/Porembski/Seine/Theisen: Karnivoren -Biologie und Kultur, Ulmer Verlag, 2004

Letzte Änderung: 2006-11-19 18:26:33



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