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Species: Byblis rorida Lowrie & Conran, {1998}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Markus Berg

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

  Geschichtliches

Byblis rorida wurde 1998 von Allen Lowrie und John Conran beschrieben.

  Systematik

Byblis rorida ist mit den Arten Byblis liniflora, Byblis filifolia, Byblis guehoi und Byblis aquatica verwandt, mit denen sie im tropischen nördlichen Australien vorkommt. Die beiden weiteren Arten der Gattung Byblis (Byblis gigantea und Byblis lamellata) kommen im südlichen Westaustralien vor.

  Naturstandort

Die Art kommt in den Kimberley-Bergen (Western Australia) als einjährige Pflanze meist auf feuchten Wiesen und sandigen oder lehmigen Substraten vor. Die Pflanzen wachsen dort meist kriechend oder gegen andere Sträucher gestützt. Der Naturstandort ist in der Regenzeit feucht bis sehr nass, wohingegen er in der Trockenzeit komplett austrocknet. Der Pflanzen kommen jedes Jahr durch Samen nach.

  Beschreibung

Byblis rorida bildet einen bis zu 30 cm langen Stamm aus. Dieser hat etwa 0,5 - 2 mm Durchmesser und ist dicht mit klebrigen Härchen bedeckt. Die Blätter sind etwa 2 - 5 cm lang, fadenförmig und stehen alle paar Millimeter am Stamm. Die Blätter sind mit kurzgestielten Klebedrüsen bedeckt, mit denen sie Insekten fangen können. Die Blüten stehen einzeln an bis zu 10 cm langen Stielen. Der Durchmesser beträgt 6 mm, die Farbe ist lila. Die Blütenblätter sind auffällig gezackt. Am Naturstandort blühen sie von Januar bis Mai.

  Kultur

Diese Pflanze mag es warm. Ich kultiviere sie in einem Terrarium bei mindestens 25°C. Das Substrat ist ein Gemisch aus etwa 60% Torf und 35% grobem Quarzsand mit Zusätzen von Vermiculite, Laterite sowie gemahlenem Ton. Ich kultiviere die Pflanze feucht bis nass, d.h. ich fülle den Untersetzer mit 1 cm Wasser und fülle wieder nach, wenn es verdunstet ist. Es ist ausschließlich Regen- oder destilliertes Wasser zu verwenden. Besonders Jungpflanzen sind sehr empfindlich gegen Staunässe und dürfen keinesfalls von oben gegossen und die ersten Wochen nicht zu nass gehalten werden! Die Pflanzen benötigen ausserdem viel Licht, volle Sonne ist zu empfehlen, um gedungene, buschige Pflanzen zu erhalten. Da ich bei mir im Terrarium nicht viel Platz nach oben habe, kriechen die Pflanzen über andere Töpfe. Dies ist zwar nicht besonders schön, aber problemlos möglich. Ideal wäre natürlich eine Kultur – zumindest im Sommer – in einem Gewächshaus, wo die Pflanzen ggf. von einem Stab gestützt nach oben wachsen können. Der Stamm der Pflanzen ist leider recht zerbrechlich und muss vorsichtig behandelt werden.

  Vermehrung

Byblis rorida kann durch Stammstecklinge vermehrt werden. Hierzu schneidet man einfach den Stamm mit einem Messer in etwa 5 cm lange Stücke und steckt sie in Substrat. In den ersten Wochen sollten die Pflanzen viel Wasser bekommen. Diese Methode wird normalerweise selten angewandt, da es aus Samen meist viel praktischer ist.

Vermehrung durch Samen

Um Samen zu bekommen, müssen die Pflanzen bestäubt werden. Zu beachten ist die Selbststerilität dieser Art, d. h. es müssen zwei aus Samen entstandene Pflanzen miteinander bestäubt werden. Die Bestäubung läuft folgendermassen: Man muss die Staubblätter (in der Mitte der Blüte) mit einem Gegenstand, beispielswesie einer Pinzette, mehrmals schnell hin-und herbewegen. Daduch wird der Pollen an der Spitze der Staubblätter freigegeben und fällt auf die Blütenblätter, wo man die feinen gelben Punkte sehen sollte. Sollte dies nicht der Fall sein, muss man es nochmal probieren. Es kann aber auch sein, dass die Blüte noch nicht reif ist – in diesem Falle sollte man noch einen Tag warten.
Schematische Darstellung einer Blüte 
 (c) Markus Berg
Schematische Darstellung einer Blüte
© Markus Berg
Ich streiche dann mit einer Pinzette über die Blütenblätter, sodass ich den Pollen aufnehmen kann. Den Pollen streicht man dann über die Narbe (weiß) einer weiteren Blüte einer anderen Pflanze. Wenn die Bestäubung erfolgreich war, bilden sich binnen weniger Tage die Fruchtkapseln. Diese enthalten etwa 15 bis 25 schwarze Samen. Sie sind reif, wenn die Fruchtkapseln beginnt, aufzubrechen. Die Samen werden dann im Frühjahr auf ein Torf-Quarzsand-Gemisch ausgesät. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, die Samen vorher für einen Tag in Giberellinsäure einzulegen. Dies ist ein Pflanzenhormon, das die Keimhemmung dieser Art bricht. Man verwendet 10 mg GA³. so heißt es korrekt, für 10 ml Wasser. Nach einer solchen Behandlung keimen die Samen meistens binnen 2-3 Wochen. Die Sämlinge sollten dann zu je 2-4 Stück in einen etwa 8-9 cm Topf pikiert werden. Es wird of berichtet, dass Byblis das Pikieren nicht vertragen – ich kann dies jedoch nicht bestätigen. Wer sich jetzt Sorgen macht, kann die Pflanzen auch direkt in den Endtopf aussäen. Die Pflänzchen wachsen normalerweise recht schnell und blühen meist schon nach 3 Monaten.

  Namensgebung

Das lateinische "roridus" bedeutet tauig. Byblis rorida sieht nämlich durch die vielen Klebdrüsen aus, als sei sie mit vielen Tautropfen bedeckt.

  Referenzen

Allen Lowrie and John Conran: Nuytsia 12 (1): 59-74 (1998) A taxonomic revision of the genus Byblis (Byblidaceae) in northern Australia

Letzte Änderung: 2011-06-29 19:44:03



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     Byblis rorida
AST-SCR-BYB-BYB-BYB-BYB

Byblis rorida
Byblis rorida
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