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Species: Sarracenia minor Walt, {1788}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Martin Brunner

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Systematik

Beschreibung

Sarracenia minor, die kleine Schlauchpflanze

Geschichtliches:
Erste Zeichnungen der Pflanze wurden schon 1576 angefertigt.
Die Erstbeschreibung der Pflanze erfolgte 1788 durch Walter (Thomas Walter).
Mehrere Varietäten sind bis Heute beschrieben worden: Sarracenia minor var green stellt die Albino-Form dar, während die Sarracenia minor var 'Dark Ladies' (1987, Mellichamp & Gardner) wohl das Gegenteil ist. Sarracenia minor var. Okefenokee Gigant (D.E.Schnell) ist wohl die bekannteste Varietät, während Ihr Gegenstück die Sarracenia minor var. small (1995, Gardner) weniger bekannt ist. Anerkannt als eigene Varietät ist bisher jedoch nur die ´var. Okefenokee Gigant´, da hier wohl tatsächlich ein echter genetischer Unterschied vorliegt. Natürliche Hybriden wie z.B. mit S. psittacina (= S. formosa) sind bekannt.
Zur Namenswahl: "minor" bedeutet "klein" und zielt damit auf die Größe dieser Schlauchpflanze (im Verhältnis zu anderen Sarracenia).
Die englische Bezeichnung für die Sarracenia minor lautet "hooded pitcher plant".
Frühere, inzwischen ungültige Namen sind Sarracenia adunca, Sarracenia lacunosa und S. variolaris.

Die Pflanze wird der Gattung Sarracenia zugeordnet. Diese Gattung besteht aus 8 Arten und zahlreichen Unterarten und gehört zur Familie der Sarraceniaceae, zu der auch die Gattungen Darlingtonia und Heliamphora gezählt werden.

Verbreitungsgebiet von S. minor 
 (c) Martin Brunner
Verbreitungsgebiet von S. minor
© Martin Brunner
Heimat / Standort:
Zu finden ist die Pflanze in den Küstengebieten von der Mitte Floridas über Georgia bis zum südlichen Teil von North Carolina. Die besonders hochwachsende, schlankere Form (S. minor ´Okefenokee Gigant´) ist in den Okefenokee Sümpfen (Süd Georgia) zu finden.
S. minor wächst in Feuchtgebieten und, im Vergleich zu anderen Sarracenia, auch in eher trockeneren Gebieten (besonders in Florida). Der Standort ist manchmal auch schattiger. Wobei die Pflanzen von schattigeren Feuchtgebieten größer werden als ihre ´sonnigen Trockengenossen´. Der Naturstandort bietet heiße Sommer (Temperaturen bis über die 30°C im Süden) und kalte Winter (im Norden des Verbreitungsgebiets bis zur Frostgrenze). Die Varietät Okefenokee Gigant wächst teilweise im vollständig überschwemmten Sumpfgebiet.

Die Pflanze:
Sarracenia minor ist eine typische, aufrecht wachsende Schlauchpflanze mit einem Rhizom. Das Rhizom verläuft horizontal und erreicht einen Durchmesser bis zu 1,5 cm. Sie besitzt ein sehr raffiniertes Mittel, um ihre Opfer anzulocken und zu täuschen: Den für diese Art sehr charakteristischen Deckel mit lichtdurchlässigen ´Fenstern´ an der Rückseite der Schlauchmündung. Die Schlauchmündung wird durch den Deckel vollständig überdacht. Der Deckel und der obere Schlauchteil färben sich bei intensiver Sonnenbestrahlung bronzerot. Die Varietät Sarracenia minor var 'Dark Ladies' färbt sich oben intensiv dunkelrot (sowohl außen als auch innen) und die Varietät green bleibt fast komplett grün. Die Schläuche werden 25 bis 35 cm lang (vereinzelt 50 cm), Pflanzen aus dem Okefenokee-Gebiet erreichen 60, 90 cm (vereinzelt knapp 1,2 m). Merkmal der Varietät Okefenokee Gigant ist oft ein etwas längerer Deckel des Schlauches, der über die Schlauchmündung hinausgeht. Hingegen kein Merkmal für diese Varietät sind nach außen gewölbte ´Fenster´. Der Schlauch kann oben einen Durchmesser von bis zu 3 cm erreichen. Im Herbst / Winter bildet Sarracenia minor keine Phyllodien aus, bei längerem, leichten Frost sterben die Schläuche ab. Wobei die Pflanze (wie auch nach einem kurzen, leichten Buschfeuer) dann wieder aus dem Rhizom austreibt. Die hellgelben / schwefelgelben Blüten erscheinen von März bis Mai. Während der Blüte sind die Schläuche schon ausgebildet und fangbereit. Die Pflanze kann mit sich selbst bestäubt werden (selbstfertil) und bildet violettschimmernde Samen mit einer Größe von knapp 2 mm.
Das Wachstum der Pflanze (besonders von jungen Pflanzen) ist im Vergleich zu anderen Arten recht langsam.
Die Beute: Sarracenia minor scheint besonders Ameisen anzuziehen. Diese werden oft in großen Zahlen durch Nektarspuren entlang der großen Flügelleiste zum Fallenrand hochgelockt. Aber auch Fliegen und Wespen widerstehen nicht der süßen Versuchung.

Kultur:
Sarracenia minor gehört zu den einfachsten Pflanzen der Gattung und braucht wie alle Schlauchpflanzen eine Winterruhe mit einem kühlen Standort. Die kalten, frostigen Nächte der deutschen Winter mag die Pflanze nicht, die Winterruhe sollte daher an einem hellen Standort mit Temperaturen von 5-10°C erfolgen. Das Gießen sollte nur noch sehr sparsam erfolgen, der Boden soll jedoch Innen immer noch feucht sein. Im Sommer kann sie problemlos draußen gehalten werden. Es empfiehlt sich nun das Anstauverfahren, wobei eine Drainageschicht (z.B. mit Seramis oder anderen gebrannten Tonkügelchen) in den Topf gehört, so dass das Substrat selbst nicht immer im Wasser steht. Bei Pflanzen der Varietät Okefenokee Gigant sollte man natürlich mehr gießen - sie mag es richtig nass.
Soviel Licht wie möglich - volle Sonne schadet nicht.
Eine normale Luftfeuchtigkeit (40-60 %) genügt der Pflanze vollkommen.
Schädlinge sind eher selten, wobei Läuse am meisten auftreten und sich über neue Triebe hermachen. Diese können mit herkömmlichen Mitteln bekämpft werden, wobei gesunde Pflanzen ein paar Läuse auch problemlos vertragen.
Kultur bei mir:
Die Pflanze wächst bei mir zur Zeit in einem Terrarium zusammen mit Dionaea muscipula. Im Sommer steht dieses draußen im Garten (wobei man bei starkem Regen aufpassen muss, dass es sich nicht in ein Aquarium verwandelt.) Im Winter zieht das Terrarium an einen kühlen Ort (Treppenhaus) mit Temperaturen um die 10°C.

Quellen:
Donald Schnell, Carnivorous Plants of the United States and Canada
John and Jean Ainsworth, Sarracenia

Letzte Änderung: 2004-07-13 20:36:15



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