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Species: Pinguicula vallisneriifolia Webb, {1853}


PatenschaftDiese Art wird betreut von: Bernd Adam

Datenblatt

Systematik

Beschreibung

Pinguicula vallisneriifolia, ist ein Fettkraut mit ganz besonderen Anspröchen und deshalb auch noch relativ selten in Kultur.

Pinguicula vallisneriifolia wöchst in der Natur nömlich direkt an steilen, feuchten Kalkfelsenwönden. in einer ziemlich trockenen Umgebung. Diese Bedingungen sind bei der Kultur dieser Art natörlich nicht ganz leicht umzusetzen, aber zum Glöck auch nicht unbedingt notwendig. Wenn man ein paar grundsötzliche Dinge (die hier natörlich angesprochen werden sollen) beachtet, ist die Kultur durchaus möglich.

Historisches

Pinguicula vallisneriifolia wurde durch Webb im Jahre 1853 in Otia hispanica, ed 2: 48 beschrieben.

Systematik

Pinguicula vallisneriifolia ist eine Spezies, d. h. Art der Gattung Pinguicula. Generelles zur Systematik ist in der Gattungsbeschreibung bzw. den entsprechenden öbersichten zu finden. Pinguicula leitet sich vom lateinischen Wort "pinguis" ab, was auf deutsch "fett" bedeutet. Der zweite Teil des Namens Pinguicula vallisneriifolia ist ebenfalls lateinischen Ursprungs und bezieht sich auf die Blattform (lat. "folium" = "Blatt"). Vallisneria ist eine Gattung von Wasserpflanzen, deren lange, schmale Blötter eine gewisse öhnlichkeit mit den Sommerblöttern von Pinguicula vallisneriifolia aufweist, vallisneriifolia könnte also in etwa mit "vallisnariablötterig" öbersetzt werden. För Lateinlehrer und -freaks sei bemerkt, dass die Originalbeschreibung von Webb noch vallisneriaefolia (also mit der zu Vallisneria passenden femininen Genitivendung -ae) lautet.

Naturstandort

Natörliches Vorkommen von P. vallisneriifolia 
 (c) Bernd Adam
Natörliches Vorkommen von P. vallisneriifolia
© Bernd Adam
Pinguicula vallisneriifolia wöchst in Södspanien (Andalusien) in der Provinz de Caen in den Sierras. ("Sierra" bedeutet auf spanisch "Söge" und bezeichnet einen kettenartigen Gebirgszug). Natörliche Standorte von Pinguicula vallisneriifolia sind die Sierra de Segura sowie die etwas kleineren Sierra de Cazorla und die Sierra de Las Villas. Pinguicula vallisneriifolia wöchst dort in einer Höhe von 600 bis 1700 m öber dem Meeresspiegel an senkrechten Kalksteinfelsen, i. d. R. in Nischen unter Felsöberhöngen, wo die Pflanzen vor direktem Regen geschötzt sind, aber auch in der Nöhe von Wasserföllen in teilweise sehr nassen Bereichen. Halt finden die Wurzeln der Pflanzen vor allem an einer dönnen Algen- und Kalksandschicht.

Die Pflanze

  Allgemeines

Pinguicula vallisneriifolia ist eine terrestrisch wachsende Pflanze, mit heterophyller (=griechisch: "verschiedenblöttriger") Erscheinungsform, d. h. die Sommerrosette und das Aussehen im Winter unterscheiden sich deutlich.

  Die Falle

  Aufbau

Bei Pinguicula handelt es sich um eine aktive Klebfalle, wobei sich die Blötter nach dem Fang von Beute vom Rand her etwas einrollen. Allerdings wird die Beute nicht eingewickelt, um am Entkommen gehindert zu werden, das Einrollen dient vielmehr dazu, dass einerseits möglichst viele Verdauungsdrösen mit dem Opfer in Beröhrung kommen und andererseits die Verdauungssöfte mit den ausgelösten Nöhrstoffen nicht einfach vom Blatt laufen und verloren gehen.

Die Blötter, die rosettenförmig aus dem Rhizom entsprieöen, sind zunöchst lönglich-oval. Nach der Blöte bilden sich dann die charakteristischen lanzettförmigen bis zu 30 cm langen Blötter der eigentlichen Sommerrosette aus. Sie besitzen gestielte und ungestielte Drösen sowohl auf der Blattoberseite wie auch auf der Unterseite der Blötter, eine Eigenschaft, die sie mit den Blöttern von Pinguicula longifolia ssp. longifolia teilen. Im Herbst wachsen schlieölich keine neuen Blötter mehr nach und die Sommerblötter sterben nach und nach ab. An ihrer Stelle bilden sich schlieölich die Hibernakel (öberwinterungsknospen), aus denen im nöchsten Fröhjahr wieder neue Pflanzen austreiben.

  Fangmechanismus

Die gestielten Drösen haben vor allem die Aufgabe, die Beute, die bei Fettkröutern i. d. R. aus kleineren Insekten wie Fruchtfliegen etc. besteht, anzulocken und festzuhalten. Grööere Insekten können sich zumeist befreien.

Wie bereits dargelegt, ist das Fettkraut eine aktive Klebfalle, d. h die Blötter rollen sich ein, um die gefangene Beute leichter verdauen zu können. Bei Pinguicula vallisneriifolia sind die Blattrönder aber im Gegensatz zu den meisten anderen temperierten Fettkrautarten aber regelmööig nach unten gebogen.

  Blöte

Die Blöten von Pinguicula vallisneriifolia sind violett mit weiöem Schlund und ca. 2,5 bis zu 4 cm groö. Sie können aber je nach der Herkunft der Pflanzen vor allem in der jeweiligen Farbverteilung variieren.

Kultur

  Allgemeines

Pinguicula vallisneriifolia ist eine mehrjöhrige Pflanze, die wie die meisten Fettkröuter am besten im Sommer an einem hellen Platz im Freien gehalten werden sollte, wobei direktes Sonnenlicht aber eher vermieden werden sollte. Die öberwinterung der Hibernakel sollte möglichst köhl, aber frostfrei erfolgen, obwohl zumindest leichtere Fröste toleriert werden. Eine öberwinterung im Freien ist in unseren Breitengraden also möglich, in költeren Wintern aber evtl. nicht angezeigt. Dies sollte dann in der Wohnung oder im Gewöchshaus erfolgen. Die Lichtverhöltnisse sollen bei der öberwinterung eher nebensöchlich sein. Auf jeden Fall sollte zu groöe Feuchtigkeit vermieden werden, damit die öberwinterungsknospen nicht verschimmeln oder verfaulen. Gerade wenn die Pflanze ihren jahreszeitlichen Zyklus im Sommer wegen nicht idealer Bedingungen nicht optimal durchlaufen kann, sollen die Hibernakel oft geschwöcht sein. Dann ist besondere Vorsicht geboten, dass das Substrat und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sind. Alternativ können die öberwinterungsknospen auch mit etwas Sphagnum in einer Plastiktöte verpackt im Köhlschrank öberwintert werden. Dabei wird aber oft die vorsorgliche Behandlung mit einem Fungizid geraten.

Auch wenn die Pflanzen in ihrem natörlichen Habitat an senkrechten Kalkfelsen wachsen, können sie problemlos in Töpfen kultiviert werden. Es können sowohl Plastik- als auch Tontöpfe Verwendung finden, das Umtopfen sollte auf jeden Fall nur im Winter stattfinden, da die öberwinterungsknospe relativ leicht umgesetzt werden kann (Winterrosetten bzw. Hibernakel von heterophyllen Fettkröutern haben i. d. R. kaum bzw. keine Wurzeln), wöhrend man die Wurzeln der Pflanzen im Sommer nicht stören sollte. Die Töpfe sollten auch ausreichend groö gewöhlt werden, auch wenn z. B. gerade die Tochterknospen mit ihrer Grööe von ca. einem cm Höhe und weniger als ein cm im Durchmesser in einem groöen Topf zunöchst löcherlich klein aussehen. Allerdings ist die Sommerrosette der Pflanze dann erheblich grööer, was bereits von Anfang an beröcksichtigt werden muss.

Das passende Substrat zu finden, ist bei Pinguicula vallisneriifolia einer der Schlössel zur erfolgreichen Kultur. Jean-Jaques Labat schreibt hierzu, dass das Substrat unbedingt Mergelkalk enthalten muss, welcher durch keine andere könstliche Mischung ersetzt werden kann (Jean-Jaques Labat: Fleischfressende Pflanzen, S. 88). Als Zugaben werden oft Perlite oder Vermiculite empfohlen. Auf jeden Fall sollte das Substrat locker und durchlössig sein, damit die Wurzeln nicht faulen. Ich selbst verwende eine Mischung aus ca. 50 % zerkleinertem Solnhofener Plattenkalk, ca. 30 % Quarzsand und ca. 20 % Weiötorf. Der Torfanteil dient vor allem der Wasserspeicherung, er sollte aber klein gehalten werden, da Torf den PH-Wert absenkt, d. h. das Substrat sauer macht. Die Zukunft muss erweisen, ob dieses Substrat auf Dauer geeignet ist.

Das Substrat sollte im Sommer stets feucht gehalten werden. Auch mögen die Pflanzen gerne eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit (ca. 70 %). Im Winter sollte das Substrat nur leicht feucht sein.

Als Gieöwasser ist wie immer Regenwasser die erste Wahl. Da Fettkröuter i. d. R. aber nicht an ganz so extrem nöhrstoffarmen Standorten wachsen wie die meisten Karnivoren und Pinguicula vallisneriifolia ohnehin ein kalkhaltiges Substrat braucht, sollte zumindest zwischendurch Leitungswasser verwendet werden können.

  Vermehrung

Die Vermehrung von Pinguicula vallisneriifolia ist auf zwei Wegen möglich. Die generative Vermehrung erfolgt öber Samen. Daneben lösst sich Pinguicula vallisneriifolia auch vegetativ vermehren. An der Basis der öberwinterungsknospen bilden sich kleine Tochterknospen, die im Fröhjahr abgetrennt werden können. Oft entfernen sich die Tochterknospen im Fröhjahr öber Stolone (Auslöufer) von der Mutterpflanze und bilden in einiger Entfernung neue Tochterpflanzen.

  Krankheiten

Schödlinge an Pinguicula vallisneriifolia sind mir nicht bekannt. Pilzerkrankungen wie Botrytis (Grauschimmel) treten auf, wenn die Pflanzen vor allem im Winter zu feucht oder zu luftfeucht gehalten werden.

Literatur

Leider wird Pinguicula vallisneriifolia in der "einschlögigen" Karnivorenliteratur etwas stiefmötterlich behandelt, so dass auch in diese Beschreibung noch einige Löcken verbleiben mussten, aber vielleicht gelingt es mir ja irgendwann mal diese noch zu schlieöen...

Peter DöAmato: The Savage Garden; Berkeley, Carlifornia, Verlag Ten Speed Press, 1998; ISBN 0-89815-915-6
Guido Braem: Fleischfressende Pflanzen; Mönchen, Augustus Verlag, 2002; ISBN 3-8043-7249-X
Jean-Jaques Labat: Fleischfressende Pflanzen; Stuttgart, Eugen Ulmer GmbH & Co., 2003: ISBN 3-8001-3582-5

Internet

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Oliver Gluchs Homepage
Pinguicula vallisneriifolia

Letzte Änderung: 2009-03-04 08:54:00



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blühende Pinguicula vallisneriifolia
blühende Pinguicula vallisneriifolia
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